Jein (Video)
Aus Fettes Brot Lexikon
Drehort: Hinterland von Oaxaca im Süden Mexicos
Jahr: 1996
Production: BSW
Inhaltsverzeichnis |
Die Vorgeschichte
Der Vater von Jens Herrndorff, dem Manager der Brote, hat einen Schulfreund, der in Mexico-City B-Filme für den amerikanischen Videomarkt produziert. Abenteuerfilme mit kleinstem Budget und Anspruch. Er wurde unser Co-Produzent.
Das Konzept
Die Brote verkörpern drei mexikanische Cowboys, die in ein Dorf in der Wüste kommen und sich in der Cantina betrinken. Zur gleichen Zeit ist dort ein gefährlicher Pistolero in schwarzem Mariachi-Outfit. Ihn ärgern die Brote und spannen ihm sein Mädchen aus. Ohne es zu ahnen, haben sie nun einen Todfeind. Beim Showdown lauert der böse Mariachi den Broten auf, um sie zu erschiessen. Im letzen Moment wirft sich das Mädchen vor die Kugel und stirbt.
Drehort und Zeit
Im Hinterland von Oaxaca im Süden Mexicos drehten wir fünf Tage lang. Einen Tag verbrachten wir in Mexico-City. Dort veranstalteten wir ein Casting für unsere Hauptdarstellerin. Im Kostüm- und Requisitenfundus suchten wir unsere Ausstattung zusammen.
Die Technik
16MM, Farbe. Wir fertigten eine Lang- und eine Kurzversion an. Der kurze Schnitt wurde am Avid gemacht. Der lange entstand als traditioneller Filmschnitt am Steenbeck. Die Abtastung erfolgte jeweils am Quadra und die Farben wurden am Pogle korrigiert. Die Onlines entstanden an der Editbox.
Behind the Scenes / Der Dreh
Wir hatten ein recht großes, mexikanisches Team aus Technikern und Arbeitern. Wir hatten einen Kran, Licht und Reflektoren, es gab ein Team von Pyrotechnikern und ein Bauteam. Doch wir waren gewarnt: In Mexico gehen die Uhren anders. Überraschend war, wie viel länger alles dauerte, so daß unsere fünf Drehtage sich als knapp kalkuliert erwiesen. Die Cantina, die auf dem Dorfplatz errichtet werden sollte, so versprach man uns, würde morgens um 6 Uhr pünktlich fertig sein. Schließlich stand sie drei Tage später und wurde unser letztes Motiv. Die Locationsuche führte uns zu einer halb verfallenen, historischen Hacienda mit eigener Kirche und einer Art Dorfplatz. Sie wurde unsere Basis für den gesamten Film. In der Umgebung gab es felsiges Wüstengelände mit prächtigen Kakteenwäldern. Kleindarsteller, Esel und Hilfskräfte rekrutierten wir aus dem nächsten Dorf. Alles war perfekt: Die Brote verwandelten sich unter den Händen der Maskenbildnerin in rauhe Gesellen, die den Broten kaum noch ähnlich sahen. Daß Boris eigentlich sterbenskrank war und ständig unter dem Einfluß von Medikamenten stand, verlieh ihm ein verkniffenes Pokerface, wie es nicht besser hätte passen können. Die einzige Schwierigkeit war, den Eseln unseren Willen aufzuzwingen, aber das hatten die Brote mit der Zeit raus. Nach Feierabend kam ein Polizeioffizier und zerschoß für unsere Kamera einige Kakteen mit seiner Dienstwaffe. Der Mariachi wird natürlich von Produzent André Luth verkörpert. Jens Herrndorf gibt den betrunkenen ”Ostküstler“. Unsere Haupdarstellerin Amelia Zapata gab sich als Ur-Enkelin des mexikanischen Nationalhelden Emilio Zapata zu erkennen.
Rotationen
Viva 1 N-1, MTV
Das Team
AUFTRAGGEBER: Intercord Stuttgart, Martin Schumacher KUNDENSEITIGE BETREUUNG DES PROJEKTES: André Luth KONZEPT: Bollinger, Schultchen, Wacker PRODUKTION: Bollinger, Schultchen, Wacker CO-PRODUKTION: Raffer Films, Horst Blanke REGIE: Bollinger, Schultchen, Wacker KAMERA: Bollinger, Schultchen, Wacker SCHNITT: Bollinger, Schultchen, Wacker / Heike Eberle EDITBOX ARTIST: Heike Eberle - VCC / BSW AUFNAHMELEITUNG: Horst Blanke BELEUCHTUNG: Emilio Hiviera KEYGRIP: Carlos Dos Santos ARTDIRECTION: Bollinger, Schultchen, Wacker Styling: Bollinger, Schultchen, Wacker MAKEUP: Gudrun Müller BAUTEN: Juan del Visa Tito Puente FX: Pedro Gonzales ASSISTENZ: Jorge Marcos LOCATIONMANAGER: Julio Escobar STILLS / MAKING OF: Volker Mansfeld

